Das Ende der Freibierfo**n Sessions?

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Das Ende der Freibierfo**n Sessions?

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Mrz,2018

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Wie einige schon wissen, wechsle ich Ende März den Arbeitgeber. Über die Hintergründe möchte ich mich hier nicht auslassen. Es ist eben ne Menge nicht so gelaufen, wie es sollte. Damit steht aber auch ein kleiner Bruch bevor, den ich hier kurz abarbeiten möchte. Denn die letzten fast 8 Jahre war ich bei einem Betrieb, der sich mit Gutscheinen beschäftigt hat  Das bekommt man nicht so leicht aus dem Kopf. 

Gutscheine sind meiner Meinung nach ein nicht zu unterschätzender Bestandteil von Marketing-Strategien. Da wo Gutscheine eben Sinn machen und auch möglich sind. Dass es da aber immer die Sorte Mensch gibt, die am liebsten noch Geld raus bekommt bei einem Einkauf, ist mir aber in all den Jahren auch bewusst geworden. 

Ich gehe mal nicht davon aus, dass da draußen nur Menschen unterwegs sind, die alles geschenkt haben wollen. Aber mein Besuch im McDonald’s heute hat mir gezeigt, dass es davon auch in der jungen Generation mehr als genug gibt.

Und natürlich haben die Kids auch alle Geld da gelassen. Der Eine eben nur einen Euro für nen Hamburger, der Andere mehr. Gerechnet hat es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit. 

Aber es gibt in dieser Welt auch Menschen, die lieber alles geschenkt haben. Und die greifen teilweise zu echt extremen Mitteln. Ich kann mich an einen Fall erinnern, bei dem sich jemand beschwert hat, dass ein Gutschein nicht ausgedruckt werden konnte. Über Facebook. Mit Klarnamen. Eine Suche in der User-Datenbank ergab schnell einen Treffer. Mit 20 Accounts, deren E-Mail-Adressen alle auf eine sehr ähnliche Weise aufgebaut waren. Die Suche nach weiteren, ähnlichen Mail-Adressen ergab noch einmal 20 Datensätze mit einem anderen Namen. Auf diesen AGB Verstoß hingewiesen wurde erst einmal versucht, mit dem Datenschutz zu argumentieren. Mir aber war klar, hier wird gezielt eine Lücke ausgenutzt, um zum eigenen Vorteil anderen zu schaden. 

Es gibt eben immer schwarze Schafe. Oder Menschen, die Lücken ausnutzen. Am meisten ärgere ich mich über die schwarzen Schafe und noch mehr über Menschen, die sich darüber freuen, wenn Unternehmen bei einer Marketing-Aktion eventuell einen Fehler machen und dadurch drauf zahlen. Auch das habe ich erlebt. Damals war ich auf dem Barcamp Rhein-Main. Eines meiner ersten BarCamps und ich war auch neu in der Abteilung. 

Verwundert sehe ich zwei Kommentare auf der Fanpe und frage mich was die Verfasser meinen. Von einem Shitstorm ist die Rede. Erst später erfahre ich in einem Telefonat, dass im Shop ein als Incentive angelegter Tankgutschein dummerweise bei einem Rabattcode nicht als Ausnahme angelegt war und man ihn quasi günstiger kaufen konnte. Hat mir jetzt nicht das Wochenende versaut, aber erst mal geht das Gehirn auf 280 % um zu sehen, was man machen kann. 

Klar, Trolle gibt es überall, die Session hatten wir an dem Wochenende auch mit Romy. Aber warum freuen sich Menschen, wenn einem Unternehmen und dadurch anderen Menschen geschadet wird?

Aber wie es auch sei. Natürlich ist ein Kaufanreiz mittels Gutschein immer eine Option, wenn es um Marketing geht. Und Menschen, die den Gutschein dann noch zu Tode optimieren wird es auch immer geben. Aber man kann aus den Erlebnissen auch immer Erfahrung mitnehmen.

Meine Tipps für Gutschein-Marketing, egal ob Online oder Offline:

  • Falls du nicht Metro, Media Markt oder Saturn bist: Der Rabatt darf niemals zu Verlust führen. Überlege dir den „worst case“. Auf nur eine Einlösung! Wie kannst du verhindern, dass du selbst dann nicht drauf zahlst? 
  • Formuliere die Ausnahmen klar und nicht abschreckend. Viele Ausnahmen verschrecken die Kunden. Die wollen nicht denken, sondern Geld sparen.
  • Wenn du zu viele Ausnahmen machen musst: Lass es. Du wirst nur Kunden und Gäste ansprechen, die auf Teufel komm raus sparen wollen.
  • Nehme auch diese Kunden bzw. Gäste so wie alle anderen. Auch wenn da ein paar schwarze Schafe drunter sind. Vor allem die schwarzen Schafe blöken laut und aggressiv. Wenn du deinen Rabatt gut geplant hast, hast du wenigstens ein Gesicht zur Freibier-F***n.
  • Habe keine Angst vor neuen Medien. Der Trend geht zu mobilen Gutscheinen. Gutscheine zum ausschneiden oder ausdrucken werden in Zukunft zwar noch genutzt, aber den Kunden erreichst du da wo er ist: Am Smartphone, in deiner Nähe.

Die ganze Zeit bei meinem bisherigen Arbeitgeber wird wohl dazu führen, dass ich die Gutschein-Geschichte nicht so schnell aus dem Kopf verlieren werde. Auch wenn sie einfach manchmal nicht praktikabel ist. Gutscheine muss man hier als Überbegriff für Rabatte sehen. Oder Kundendienst à la Anker, wie ich ihn in meinen Sessions als Beispiel anführte. Ich denke, wenn man die fünf Punkte oben berücksichtigt, dann klappt es auch. 🙂

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