Schlemmen in Regensburg – Die Grill Canteen

EDIT: Die „Grill Canteen“ hat mittlerweile leider geschlossen. Ich empfehle für Burger stattdessen „Buddies Burger Bar

Heute hat es mich in die Grill Canteen verschlagen. Ein Lokal, dass ich eigentlich schon länger einmal testen wollte. Nur leider hat es sich nicht ergeben. Heute kam ich dank Ingress zwei Mal zu dem Vergnügen, hier zu essen.

Meinen ersten Besuch stattete ich der GC um 19 Uhr ab. Den ganzen Tag hatte ich gehungert und daher freute ich mich doch sehr, jetzt endlich ein ordentliches Stück Fleisch auf meinen Teller zu bekommen. Die Begrüßung durch das Personal war freundlich und zuvorkommend. Und vor allem war der Service schnell. Etwas, das man in manch einem anderen Restaurant manchmal schrecklich vermisst. Und wenn ich schnell sage, meine ich schnell. So richtig umsehen im Lokal konnte ich mich nämlich erst nachdem ich meine Bestellung abgegeben hatte.

Die Grill Canteen ist so eingerichtet wie man es von einem jungen Burger- und Steakrestaurant fast erwarten würde. Alles erinnert ein wenig an eine Bikerbar in den USA. Und obwohl das Gebäude historisch ist und das Deckengewölbe sicherlich jeden Innenausstatter vor eine echte Herausforderung stellen würde, wenn man ihn auffordert ein Restaurant einzurichten das jung und modern wirkt, ist es dem Inhaber in der GC gelungen, genau das zu vermitteln.  Trotz gefließter Wand im ersten Raum, durch ein stylisches Fahrrad an der Wand und andere Dekorationen wird es doch recht gemütlich.
Hereford Filet-Steak mit BeilagenNach dem Studium der sehr umfangreichen Getränkekarte nahm ich mich der Speisekarte an. Wie der Name des Lokals vermuten lässt, ist diese sehr Grill-lastig ausgerichtet. Vom Burger über Steaks bis hin zum Fisch vom Grill ist alles dabei, was den Freund von Grill- und BBQ-Küche erfreut. Die dafür nötigen Zutaten bezieht man so weit wie möglich von lokalen und regionalen Herstellern. Noch ein Grund mehr, hier einmal ein paar Euro zu lassen.

Fürs Erste fiel meine Wahl auf ein Hereford Filet-Steak von 300 Gramm, dazu leckeres hausgemachtes Knoblauchbutter Baguette und neben der obligatorischen Kräuterbutter ein Sweet Chilli Dip.

Das Steak war auf den Punkt Medium wie gewünscht. Geschmacklich war es ebenso ein Traum. Und schon hier zeigte sich, dass in der Küche der GC keine Anfänger sondern Könner am Werk sind. Das hausgemachte Knoblauchbutter Baguette war einsame klasse. Außen schön kross, innen saftig. Die Kräuterbutter und den Dip habe ich beim „hereforragend“ schmeckenden Steak lieber sparsam eingesetzt. Aber zumindest der selbst gemachte Dip schmeckte fabelhaft und hielt was er verspricht. Wer mit scharfen Speisen Probleme hat, sollte lieber einen anderen Dip nehmen. Mir hat er aber klasse geschmeckt.

X-Mas Crème brûléeAls Nachspeise hatte es mir dann die „X-Mas Crème brûlée“ angetan. Man ist da ja aus Film und Fernsehen eher so kleine Portiionen in der Größe eines größeren Schnapsglas gewöhnt. So hatte auch ich nicht erwartet, was mir dann serviert wurde. Quasi ein Suppenteller der zu gut über einem Drittel mit einer wahrhaft leckeren Crème gefüllt war. Dazu Waldbeeren die extra gereicht wurden sowie ein bißchen Backwerk mit Puderzucker.

Was soll ich sagen? Es war eine wirklich leckere Nachspeise die mich in allen Punkten überzeugte und fürs Erste auch einmal satt machte. Und so ging es zwischendurch auf einen kleinen Verdauungsspaziergang mit Ingress-Einlage. Doch schon eine Stunde später landete ich wieder in der Grill Canteen. Zusammen mit einem Teil der Regensburger Ingress-Community sind wir wieder eingefallen. Und wurden wieder sehr freundlich begrüßt. Diesmal fanden wir Platz im Nebenraum, welcher auch sehr gemütlich eingerichtet ist. Wieder war der Service klasse, freundlich und konnte auch mit Fachwissen glänzen. So zum Beispiel, warum ein Medium gegrillter Burger seine Vorteile hat. Da inzwischen etwas Platz im Magen war, habe ich mich dazu durch gerungen, noch einen Burger zu verspeisen. Keinen besonderen, denn so viel Platz war dann doch noch nicht, aber Burger geht immer.

GC Classic BurgerBeim GC Classic treffen über 160 Gramm Mallersdorfer Rind auf die Standards eines Burgers sowie belgische Pommes und einen Cole Slaw, also Kohlsalat. Dazu gibts Ketchup oder Mayo. Es war der erste Burger den ich wirklich Medium genießen durfte. Und es ist wahr, er war dadurch noch einen Tick besser und saftiger. Am Bun bin ich dann gescheitert. Der Kohlsalat und die Pommes fanden andere Abnehmer. Aber das Fleisch war traumhaft zart und lecker.

Medium geht übrigens in der Grill Canteen, weil die Burger aus frischem Fleisch frisch zubereitet werden und nicht tiefgekühlt oder gekühlt einlagern. So kann man auf das Abtöten der Keime verzichten und muss das Pattie nicht gar grillen.

Da ich ja nicht alleine unterwegs war, kann ich auch die Meinung der vegetarisch speisenden Gäste wiedergeben. Auch diese waren vom vegetarischen Bruder des GC Classic begeistert. Und auch die Crème brûlée kam gut an.

Alles in Allem kann man die Grill Canteen nur weiterempfehlen. Auch wenn die Qualität und die Klasse der Speisen ihren Preis haben, jeder Eurocent ist gut investiert in einen vollen Magen und dem Gefühl, einmal wieder etwas gutes gegessen zu haben.

 

 

Internet-Trolls – das Musical

Gerade auf dem G+-Profil eines Trolls gefunden. Kann man ja bei der nächsten „Sind wir nicht alle Trolle“ Session einbauen 😀

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Das BarCamp Regensburg 2014 – öfter mal was Neues

Bis jetzt hab ich ja so das eine oder andere Barcamp besucht. Nürnberg, Jena, Wiesbaden waren bis jetzt die Stationen meiner Camp-Karriere. Oft habe ich bekannte Gesichter getroffen, immer aber neue. Der Synergie-Effekt kam auf jeden Fall nie zu kurz. So auch dieses Mal. Und ganz ehrlich: Bekannte Gesichter habe ich dieses Mal nur deshalb getroffen, weil das Barcamp ein „Heimspiel“ war.

Normalerweise nutze ich Barcamps auch als kleine Auszeit. Eine andere Stadt, andere Leute, andere Gepflogenheiten. Und trotzdem die Sicherheit, dass man doch jemanden kennt und damit nicht ganz fremd ist. Ich hab es da leicht. Ich kenne eben ein paar Leute.

Trotzdem kommen immer wieder Menschen auf Barcamps, die eigentlich niemanden dort kennen. Und das finde ich toll. Es fasziniert mich. Es gefällt mir, dass sie da sind und oft freue ich mich über neue Gesichter, neuen Wind, neue Blickwinkel und all das Neue, dass durch diese Teilnehmer mit zum Barcamp kommt.

So auch in Regensburg dieses Jahr. Nicht nur, dass ich zum Beispiel endlich mal die Gesichter zu Twitter Accounts zu sehen bekam, denen ich quasi schon seit anno dazumal folge wie @dannywoot, sondern ich habe auch neue Gesichter, neue Twitter-Accounts, eben neue Menschen kennen gelernt.

Ich muss zugeben, dass ich inzwischen etwas wählerisch geworden bin was Session-Themen angeht. Man kann mich nicht mehr so leicht begeistern wie noch 2012. Ich setze mir das als guten Vorsatz für 2015, auf Barcamps keinen Slot mehr auszulassen. Sollte mich also jemand mal während einers Session Slots außerhalb eines Raums erwischen… 😉

Trotzdem ist immer etwas dabei, das ich genieße. Etwas, das mir einmal eine andere Perspektive zeigt, mir meine Grenzen und Möglichkeiten zeigt. Etwas das mir neue Wege und Alternativen eröffnet und das quasi kostenfrei und ohne dass ich Angst haben muss, irgendwen ausgenutzt zu haben.

Ihr merkt schon. Im Gegensatz zu früheren Artikeln über Barcamps, die eigentlich oft nur Sessions abgehakt haben, welche ich bescuht habe, geht es mir dieses Mal mehr um das Erlebnis Barcamp an sich. Nicht, weil es keine gute Session gab. Davon gab es mehr als mir lieb war. Ob es um das hacken von Websites ging, wie man Microsoft Produkte gratis bekommt, oder wie ich einer Partei die ich nie wählen würde helfe, die Wähler zu erreichen. Jede Session war ein Happening, war schön, interessant und auch informativ.

Und sogar meine Sessions haben mir gut getan. Ich tausche mich gerne mit Leuten aus. Ich mag es wenn Leute interagieren und merken, dass sie sich eigentlich nicht so unähnlich sind. Wenn der Lagerarbeiter zum Beispiel sieht, dass der Social Media Manager ebenso mal Bock drauf hat, ein wenig zu trollen wie er selbst zum Beispiel.

Im Gegensatz zu den anderen Barcamps bin ich dieses Mal natürlich Abends nach Hause gefahren. Ich konnte das komplette, im Übrigen phänomenale Rahmenprogramm genießen und trotzdem im eigenen Bett schlafen. Das war neu. Es hat mir so ein wenig Barcamp-Feeling genommen, weil ich wie gesagt sonst ein Barcamp auch als Auszeit sehe und nehme.

Aber: Ich habe das Rahmenprogramm erleben dürfen und ihr alle, die ihr leider! nicht teilnehmen konntet: Es war der Wahnsinn. Die Stadtführung mit der Stadtmaus war wirklich ein Erlebnis. Eine Stadtführerin mit Interesse an den Teilnehmern, aktives Erleben der Ereignisse durch Schauspieler, die ihren „Job“ mit Herzblut und Begeisterung ausführen und ich dadurch gefesselt haben für eine Stadt, die ich eigentlich wirklich gut kenne und vor allem eine Story und eine Epoche. Keine Stadtführung wie man sie kennt. Denn normalerweise scheucht man die Leute eher durch Regensburg. Regensburg ist alt und hat geschichtlich viel zu bieten. Das alles in weniger als 365 Tagen zu sehen, aufzusaugen und zu verarbeiten geht eigentlich nicht. Die Stadtführung am Samstag Abend fokussierte daher auf eine Epoche und brachte diese so nahe wie ich es mir nicht hätte vorstellen können. Eine Mischung aus dem Gefühl der ersten Führung mit der Grundschulklasse und einem Theaterbesuch. Wirklich zu empfehlen.

2014-11-22 23.13.20Auch zu empfehlen: Eine Schnapsverkostung. Am Besten mit dem Chef der Brennerei und noch mehr am allerbesten mit dem @penninger (ja ich weiß, Werbung). Aber es war echt witzig, informativ und der Alkohol war zugegeben auch gut. Früher hätte ich gesagt „Ja, der Penninger, der macht an guadn Blutwurz.“ Heute muss ich sagen: die haben einen sauguten Haselnussschnaps und der „Granit“ ein bayerischer Gin, ist der erste Gin, der mir überhaupt geschmeckt hat. Und das auch noch gut. Mundfasching hätte ein Bekannter gesagt. Und ein guter Mundfasching noch dazu.

Jetzt aber zurück zum Barcamp an sich. Wie gesagt. bekannte Gesichter, die ich gerne mal wieder gesehen hätte, waren leider nicht da. Gerne hätte ich meine Session mit @snoopsmaus gehalten, mit dem @hubertmayer ein gutes, bayerisches Bier getrunken, mit @mahrko über das öffentlich rechtliche Fernsehen gequatscht bei einem Nutella-Brot (und einem Haselnuss-Schnaps), mit @tmmd über die neuesten Social Networks diskutiert oder mit einem meiner vielen anderen Barcamp-Bekanntschaften mal wieder das gemacht, was wir eben sonst auch machen. Es wäre herrlich gewesen.

Leider war es dieses Mal nicht so. Und auch wenn ich darüber traurig bin, so hat mich das Barcamp Regensburg nicht enttäuscht. Ich habe neue Leute kennen gelernt. Ich habe Einblick in neue Gebiete bekommen und ich habe Wissen aus anderen Gebieten erweitert. Und ich konnte mich austauschen.

Und ich habe auch gesehen, dass das „System“ Barcamp nicht tot ist. Es lebt. Mehr als zwei Drittel „Barcamp-Neulinge“ ist etwas, was man selten erlebt. Und dass trotzdem etwa die Hälfte zumindest schon Twitter nutzt ist auch überraschend. Und was bei so vielen Menschen, die das erste Mal überhaupt auf einer Veranstaltung sind, am Sonntag die Sessionanzahl noch höher ist als am Samstag, war dann einfach der Hammer und zeugt davon, dass das Barcamp ein voller Erfolg war.

Ein Barcamp lebt vom mitmachen. Es lebt von Vielschichtigkeit und Interaktion. Von Synergien und Networking. Das Barcamp Regensburg hat all das gehabt. Und auch wenn man am Dialekt gemerkt hat, dass man in Bayern ist und an einigen Sessions, dass es sich um die Erste handelt. Es war toll. Es war klasse.

Und aus Gründen bin ich dieses Mal gar nicht so sehr auf die Sessions eingegangen, sondern auf das Feeling, dass ich aus jedem Barcamp mitnehme. Das Feeling, neues gelernt zu haben, neue Leute kennen gelernt zu haben, neue Themen und auch zu wissen, dass ich nicht der Einzige bin, der mut einem guten Gefühl aus dem Barcamp nach Hause zu gehen. Dem Gefühl, Teil einer „verschworenen“ aber zugleich so verdammt offenen Gemeinschaft zu sein, wie man sie nur selten findet.

Falls DU dich also fragst: „Barcamp, was ist das und was will ich da?“ Dann hoffentlich jetzt nicht mehr. Nicht weil du auf einem Barcamp mich findest (das will ich dir nicht antun). Sondern weil du auf einem Barcamp Leute findest, neue Interessen und Synergie-Effekte, an die noch nie ein Mensch zuvor gedacht hat. 😀 Zieh es dir rein!

Orga-Team und Crew.  Trotz Redshirt überlebt

Orga-Team und Crew.
Trotz Redshirt überlebt

Und da das alles gar nicht möglich gewesen wäre, sage ich jetzt Danke! an alle Teilnehmer, an alle, die eine Session gehalten haben und vor allem an die Sponsoren  und an das Orga-Team und deren Red-Shirt-Crew, ohne die das Alles gar nicht passiert wäre.

In diesem Sinne: Save the Date! 10./11.Oktober 2015 für das Barcamp Regensburg (übrigens gaaaanzz kurz nach meinem Geburtstag if some people know what i mean).

Danke an (in alphabetical disorder und nur als ein kleiner Auszug aus den Sponsoren und der Orga, dem Helfer-Team):

Oberpfalznetz
Internetx
Wirtschaftszeitung
Ad!think
Dominik Schön
Alexandra Grassler
Daniel Dengler

Ein Wochenende in der Pfalz – wie ich mich als „Tabakernter“ verdingte

Alles begann mit meiner Mitgliedschaft in einer dieser Communities. Ich mache in diesem Internetz so ziemlich eigentlich jeden Scheiss mit. Erstens, weil man daraus lernen kann, und zweitens, weil man meistens auch was davon hat. Sei es Spaß, sei es Infotainment oder auch hin und wieder was umsonst.

In diesem Fall handelt es sich bei der Community um die der Santa Fe Natural Tobacco Company. Die Zigaretten sind im Handel als „Natural American Spirit“ erhältlich. Unter www.sfntc-inside.de dreht sich alles um die Tabakprodukte der Firma, die sich dadurch auszeichnet, dass sie Tabakprodukte ohne Zusätze herstellt. Oben drauf seit neuestem auch noch solche, die aus 100% organischem Anbau stammen.

In dieser Community wurde also ein Tabakernte-Wochenende ausgeschrieben. Und da ich für mein Leben gerne neue Erfahrungen sammle, habe ich mich mal kurzentschlossen beworben. Und wurde genommen.

„Tabakernte-Wochenende?“ mag sich da jetzt so mancher fragen. Oder auch „Warum gehst du freiwillig am Wochenende arbeiten?“. Nunja. Abegsehen von der Neugierde auf das wo und wie Tabak angebaut und geerntet wird, war da natürlcih auch die Neugierde auf das ausgelobte Rahmenprogramm. Und das hatte es in sich wie ihr noch sehen werdet.

2014-09-12 14.18.51Neben einer Unmenge von Give-Aways gab es auch Arbeitsklamotten. Regenjacke, Regenhose und Gummistiefel waren dann am Samstag auf dem Feld und beim Tabak sortieren dringend notwendig. Aber dazu später. Denn das Wochenende beginnt ja bekanntermaßen am Freitag. Für mich sogar am Freitag Morgen. Denn die Anreise begann relativ zeitig ab Regensburg. Mit der Bahn via Nürnberg, Würzburg, Frankfurt und Hanau bis kurz vor Neupotz. Dort wurden wir dann mit dem VW Bully in Firmen-Farben abgeholt und zu unserer Unterkunft verfrachtet, die im idyllischen Neupotz beheimatet war. Der Name täuscht. Denn das kleine Städtchen liegt schön ruhig in der Pfalz und das Gasthaus Gehrlein noch ruhiger im Ortsteil Hardtwald. Wie sich heraus stellte kommen hier auch des öfteren Mitarbeiter der hiesigen Firma Krones unter und die Gastgeberin war aus Rosenheim, so dass ich auf mein kleines bisschen Bayern auch hier nicht verzichten musste.

Freitag Abend startete dann das Programm. Im angeschlossenen Restaurant wurden wir von der ersten Prominenz begrüßt. Neben unserer Gastgeberin von SFNTC, Kim, war auch der Präsident der Tabakbauernvereinigung vertreten, mit dem wir erst einmal ein wenig plaudern konnten. Natürlich nicht ohne nebenbei die leckeren Speisen aus dem Hause Gehrlein zu genießen. Neben Saumagen, der schlimmer klingt als er schmeckt, gab es auch Tellersülze mit Kaninchen und weitere kulinarische Delikatessen bevor es dann weiter ging zur Besichtigung eines Tabkabauernhofes.
2014-09-12 15.51.57Das Tabak getrocknet werden muss, wusste wohl jeder. Aber wie das vor sich geht war wohl ebenso jedem neu. Öfen übernehmen den Job, wo früher hohe Tabakspeicher standen. Davon durften wir auch einige besichtigen. Beängstigend, wenn man sich überlegt, dass die Dinger gut und gerne über 20 Meter hoch sind und man früher auf schmalen Brettern herumturnte auf eben dieser Höhe. Ungesichert. Nur um mit dem bisschen Tabak die Familie zu ernähren.

Früher war Tabakanbau also gefährlich. Heute wird er in Deutschland aus anderen Gründen immer mehr zur Randsparte in der Landwirtschaft. Früher gab es in der Pfalz sehr viele Tabakbauern. Inzwischen sind es nur noch sehr wenige. Und die müssen sehr ums Überleben kämpfen.

Unser Gastgeber hatte sichtlich gute Laune. Voll Elan führte er uns über seinen Hof. Die gute Laune steigerte sich immer dann, wen das Gespräch auf unseren Ernteeinsatz am folgenden Tag kam. Warum ahnten wir nur. Am Samstag sollten wir das Grinsen dann verstehen.

Den Abend ließen wir in Speyer auf dem Altstadtfest ausklingen. Bei Wein und gutem Essen genossen wir das fast trockene Wetter. Die Ernte sollte aber feucht und anstrengend werden.

Samstag Morgen, auf geht’s auf’s Feld. Ernte kann ja nicht so schwer sein. Angekommen auf dem Feld stellte sich erst ein Mal die Frage, wie man denn den Tabak überhaupt erntet. Dass es nur von Hand geht war klar, wie aber genau und wie schnell war unklar.

Wie es geht wurde uns schnell gezeigt. Einfach unten an der Pflanze angreifen und die reifen Blätter nach oben, die Hand drehend abernten. Das Tabakernten, diesen Schritt, die Blätter abzubrechen nennt man auch ganz klassisch „Tabakbrechen“. Gott sei Dank waren die Pflanzen schon zur Hälfte abgeerntet. Mein Rücken hat sich darüber gefreut. Trotzdem war es absolute Knochenarbeit. Um so mehr musste ich den Einsatz der Erntehelfer bewundern, die hier nicht nur zum Spaß da waren. Während sich die Großstadtkinder durch das Tabakdickicht quälten, die Linie verloren, gar nicht genau wussten wo sie hin sollen und immer wieder vor dem Erntefahrzeug in Deckung gehen durften, wieselten sie zwischen uns herum, ernteten vor uns, nach uns und verschwanden genau so schnell wie sie aufgetaucht waren. Nach der Hälfte des Felds schwitzte ich Blut und Wasser, während sie einfach nur darauf warteten, dass ich endlich wieder zu Atem kam.

Blut und Wasser schwitzAuch wenn wir angeblich die schnellste Gruppe an Erntehelfern waren die SFNTC jemals „angekarrt“ hatte. Ohne uns wäre wohl schon eine Stunde früher Feierabend gewesen.

Zur Mittagszeit ging es für uns dann ins Anglerheim in Neupotz. Leckeres Essen, auch für Leute wie mich, die nicht so scharf auf Fisch sind. Ein wenig Entspannung ist gut, dachte ich mir. Doch es sollte anders kommen. Denn Roco kam ins Gespräch mit einer Reisegruppe, die auf dem angrenzenden toten Seitenarm des Rheins eine Runde auf einem römischen Ruderboot drehen wollte.

Leider waren nicht genug Ruderer vorhanden, und so lag es an uns, die Crew zu vervollständigen. Trotz Zeitdruck und schmerzenden Armen hat uns Roco dann doch überredet. Wir haben uns auf das Ruderboot getraut und eine Teambuildingmaßnahme mit gemacht. Entgegen aller meiner Befürchtungen war s wirklich interessant und eine echt witzige Erfahrung.

Doch noch stand das wichtigste aus. Das sortieren des Tabaks. Auch wenn es nicht der frisch geerntete Tabak war. Trotzdem muss man den Tabak sortieren. Und auch das ist nicht ohne.

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Den ganzen Berg haben wir natürlich nicht geschafft. Aber wir haben es zumindest versucht. Je nach Qualität mussten die Blätter in bestimmte Kartons eingeordnet werden. Allein die Kategorisierung war schon eine Sache für sich. Ständig aber gebückt über dem Laufband zu stehen kam dazu und ganz ehrlich nach einem Tag Ernte würde ich das lieber mal nicht machen. Und das, wo ich nur mal rein geschnuppert habe. Aber der Abend sollte dafür entschädigen. Was mich aber erst mal viel mehr entschädigt hat war das Zusammentreffen mit einem noch nicht mal 24 Stunden alten Kalb.

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Und nein. Das Kalb landete nicht auf dem Teller am Abend. Auf dem Teller landeten aber wirklich leckere Sachen aus dem Hause Gehrlein. Neben gut gewürztem Schafskäse auch leckeres Lamm, ein wahnsinniges Entrecote und zum Abschluss eine Creme Brule, die ihres Gleichen sucht. Das Ganze in der Gesellschaft der Menschen, mit denen wir das Wochenende verbracht haben. Es war ein echtes Vergnügen.

Für die Bewerber der Ernte 2015 kann ich nur sagen: Bewerbt euch! Es ist wirklich interessant. Es ist eine Menge Spaß . Und ja, es ist auch ein bisschen Arbeit, aber die ist es wert. Ich habe wirklich ein schönes Wochenende erlebt und viel über Tabak gelernt. Und ich bin ehrlich gesagt froh, dass Tabak noch so günstig ist, bei all dem Aufwand, der dafür betrieben wird.  Und wenn er dann auch noch so nahe an der Natur angebaut und geerntet wird, dann sind die zwei oder drei Zigaretten, die ich weniger in der Schachtel habe wirklich gar nichts.

Danke, Kim und SFNTC für das Wochenende. Es war wirklich ein Erlebnis.

 

warum michipedia?

Warum ist die Domain dieses Blogs „michipedia.org“?

Nicht weil ich den Anspruch erhebe, eine Wikipedia zu sein. Denn das Wissen aller kann und will ich nicht bieten.

Entstanden ist mein erster Blog eigentlich just for fun. Kollegen und Kolleginnen fragten mich Dinge, die man einfach über Google finden konnte. Ich habe anfangs Den Wikipedia-Text als E-Mail verschickt. Meistens waren es Links zur wikipedia. Oder Textauszüge daraus.

Irgendwann habe ich dann die Antworten auf die Fragen aus Spaß auf einem Blog gepostet und die Links zu diesem Blog per Mail verschickt. Noch ohne Domain.

Daraufhin kam die Frage, warum ich keine Wikipedia aufmache. Quas die michipedia. Das war mir damals eigentlich zu weit gegriffen. Weil ich ja nicht alles weiß. Deswegen entstand damals fragmichi.de

Nachdem ich meinen ersten Blog aus privaten Gründen einstellen musste, habe ich mir für den neuen Blog die Frage nach der Domain gestellt. Eine Antwort auf Fragen habe ich unter fragmichi.de eigentlich nicht geliefert.

Ich werde auch hier keine Antworten auf Fragen liefern. Vielleicht doch. Aber in erster Linie liefere ich hier meine Antworten auf die Fragen die mein Leben so liefert. So wie die Wikipedia Antworten liefert, welche die Allgemeinheit verfasst hat, liest man hier also Antworten auf Fragen, die keiner hat, die ich mir aber gestellt habe und die ich verfasst habe.